Session Zero – Was ist das und wie bereitet man diese vor?

In unseren Talks erwähnen sowohl Gabe, als auch ich (Tahina) sehr häufig die sogenannte „Session Zero“. Vor allem, wie wichtig diese ist und das unbedingt eine gemacht werden sollte.

Eure Session Zero steht kurz bevor?
Oder, ihr hattet noch nie eine? (Keine Sorge! Sie kann problemlos nachgeholt werden.)

Was ihr dafür wissen solltet und hilfreiche Links findet ihr in diesem Blogbeitrag.

Aber was ist denn jetzt eigentlich eine „Session Zero“?

Unter der klassischen Session Zero versteht man die Session, die vor Beginn der eigentlichen Kampagne stattfindet. Sie ist ein Werkzeug, mit dem sich vorausschauend mögliche Probleme abwenden lassen.

Sie schafft Raum über alles Wichtige (Organisation, Erwartungen, Charaktererstellung etc.) zu sprechen.

Ihre Länge hängt von der Gruppe, dem Zweck (Kampagne, Oneshot etc.) und ein wenig auch vom Rollenspielsystem, Setting und den Kenntnissen der Gruppe über diese, ab.

Sie kann (häufig in verkürzter Form) auch für Mini-Kampagnen, Few- und Oneshots durchgeführt werden und leitet dann in der Regel in das Spiel ein. Es geht also fließend von einem kurzen Vorgespräch über in die Spielsession.

Nach meiner Erfahrung ist jede Minute, die in die Session Zero investiert wurde, Gold wert. Wo Menschen zusammentreffen wird oft davon ausgegangen, dass alle über alles Bescheid wissen und dasselbe wollen. Und wie häufig stellt sich später heraus, dass dem nicht so ist und es kommt dann zu Problemen?
Manchmal die Art von Problemen, die dazu führen, dass Gruppen auseinanderbrechen, oder Kampagnen abrupt enden.
Damit alle Spaß haben und möglichst lange miteinander spielen können und wollen – dafür ist die Session Zero da.

Session Zero in der Praxis

Erstmal sei gesagt: „Your milage may vary“ – das heißt, die Länge, aber auch die Form kann bei jeder Session Zero ganz anders aussehen.

Vor der Session Zero:

Ich beginne demnächst eine neue Kampagne. Für die anstehende Session Zero habe ich bereits einige Dinge vorbereitet.

  • Ich lege für meine Gruppen einen Ordner an, der für alle Mitglieder zugänglich ist (z.B. mit Google Drive).
  • Ich liebe die Session Zero Checkliste von Mit Vorteil (siehe auch in der Linksammlung) und verwende diese als Grundlage, um an alle Themen, die ich ansprechen möchte, auch zu denken.
    Ich erstelle also eine Kopie dieser Checkliste, die dann in den Ordner kommt. Dadurch haben alle dauerhaft Einsicht in das Besprochene.
  • In den Ordner kommen dann noch Checklisten zu Grenzen und Abblendungen und Romantik im TTRPG“ (Übersetzungen von nacchi, mehr in den Links)
  • Steckbriefe für die Charaktere
  • Später gesellen sich dann noch weitere Inhalte hinzu, die aber meist nichts mit der Session Zero zu tun haben, bzw. auf die ich nur hinweise. (Hier kommt es ganz darauf an, was ihr als Gruppe so sammelt und braucht.)

Inhalte der Session Zero

  • Administrativer Teil:
    • Zuerst kläre ich alle organisatorischen Dinge:
      • Wer spielt mit?
      • Wann?
      • Wo/Wie? (z. Bsp. auch: Was passiert bei Ausfällen einzelner Personen?)
      • Was (welches Rollenspielsystem)?
    • Wenn am Tisch gespielt wird: Wer bringt was mit?
    • Bei Online-Runden: Welche Werkzeuge, Plattformen etc. werden verwendet?
  • Sicherheit
    • Welche Safety Tools werden verwendet?
    • In meinen Runden kommt z.B. Folgendes zum Einsatz:
      • Flowers System (Karten mit XNO?)
      • Lines and Veils
      • Open Door Policy
      • Stars and Wishes
    • Checkliste(n) werden erklärt, zur Verfügung gestellt und ausgefüllt
  • Erwartungen und Wünsche (z.B. mit Hilfe von C.A.T.S.)
    • Dieser Teil des Session Zero Gesprächs ist grundlegend. Er soll dafür sorgen, dass am Ende alle die gleichen Erwartungen an das Spiel haben.
    • C.A.T.S.:
      • Concept: Worum geht es in der Kampagne? Setting, Genre, Plot-Einstieg, Charaktere.
      • Aim: Was ist das Ziel der Gruppenmitglieder? Welche Geschichte wollen wir gemeinsam erzählen?
      • Tone: Wie soll die Stimmung im Spiel sein? Dramatisch, düster, actionreich, ernst, albern?
      • Subject Matter: Welche Ideen und Themen werden Teil des Spiels? Mit was fühlt sich die Gruppe unwohl? (siehe hierfür auch Lines und Veils).
  • Charaktererstellung
    • Wenn alle dann auf dem gleichen Stand sind, geht es an die gemeinsame Charaktererstellung
    • Vorgaben werden geklärt und Hilfe zur Erstellung gegeben
    • eventuell werden schon Verknüpfungen der Charaktere erdacht (Hintergründe, Gruppenthema, Gruppenpatron etc.).
    • Das Session Zero Game (von Meghan Cross) zur weiteren Ausarbeitung der Charaktere kann gespielt werden.

Tja und dann ist die Session Zero auch schon vorbei und am Ende sind alle so gehyped, dass sie es gar nicht mehr abwarten können.
Man sieht also: Neben dem Regeln von organisatorischen Dingen und dafür zu sorgen, dass sich alle wohlfühlen, macht man auch schon viele spannende Dinge, die dann später wunderbar in das gemeinsame Spiel überleiten.

Übrigens: eine Session Zero kann auch immer mal wieder gemacht werden. Gerade dann, wenn die Kampagne schon eine Weile läuft, macht es Sinn, nochmal über die Modalitäten zu sprechen, um sich ggfs. veränderten Situationen anpassen zu können und ein harmonisches Miteinander zu gewährleisten. Es macht einfach nie nicht Sinn.

Link Sammlung:

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